Tschamberhöhle
 
Von den zahlreichen geologischen Besonderheiten, die für den Dinkelberg zwischen dem Hochrheintal im Süden und dem Wiesental im Norden charakteristisch sind, ist die zum Karsauer Ortsteil Riedmatt gehörende Tschamberhöhle zweifellos die Bedeutenste. Die unmittelbar am Hochrhein, nahe der früheren Deutschordenskommende Schloss Beuggen gelegene Erosionshöhle ist eine, von lediglich drei, im Muschelkalk verlaufenden Schauhöhlen in Deutschland. Dem Besucher ermöglicht dieses besondere Naturwunder einen direkten Einblick ins Innere eines Karstgebirges. In Jahrtausenden schuf allein die Kraft des Wassers durch Erosion und Korrosion die bislang auf eine Länge von etwa 1600 Meter erforschten Höhlengänge, von denen 600 Meter für die Besucher erschlossen sind. Wer in die Höhle einsteigt, tritt eine interessante Reise durch mehrere Millionen Jahre Erdgeschichte an.
Etwa eine Stunde muss sich der Gast für seinen Besuch in einer eigentümlichen "Welt ohne Sonne" Zeit nehmen. Den Eingangsbereich der Höhle prägen kleinere Tropfstein- und Sinterbildungen. Danach folgt ein trockener Höhlengang und nach wenigen Minuten stößt man auf den Höhlenbach, welchem alleine die Entstehung der Höhle zu verdanken ist. Dem Steg weiter folgend bemerkt der Besucher wie die Höhle häufig ihr Aussehen ändert und sich in ihren unterschiedlichsten Formen zeigt. Hohe klammförmige Gänge mit weit herausragenden Zacken, Schratten und Karren wechseln ab mit imposanten Hallen und schmalen Passagen. Ziel ist am Ende des Weges ist der große Wasserfall. Doch schon der Weg dorthin ist das Ziel. Wo sonst hat man die Möglichkeit in der einzigartigen Atmosphäre der Höhlenwelt aktive Naturprozesse so unmittelbar zu erleben?